Unsere Erde erstickt in Plastik – aber wie passiert das überhaupt?

Ganz vereinfacht erklärt kommt Plastik natürlich über Flüsse und Abwasser ins Meer. Auch wenn wir noch so aufpassen, bleibt Müll nun mal in der Natur liegen und unser Abwasser erledigt den Rest. Ein kleines Beispiel zur Veranschaulichung: Ein Apfelgehäuse zersetzt sich nach ungefähr 2 Monaten, eine Plastikwindel nach ungefähr 450 Jahren und eine Getränkedose nach 200 Jahren vollkommen. Vor der vollständigen Zersetzung fällt jeder Gegenstand in kleine Teile, die von Vögeln und Fischen als Nahrung missverstanden werden. Die Mägen sind voll mit Plastikteilchen, die sich nicht verdauen und somit auch keine weitere Nahrungsaufnahme zulassen. 

Auch wenn du nicht aktiv deinen Plastikmüll ins Meer oder in verschiedene Flüsse schmeißt, fällt ein großer Teil der Verantwortung für die Verschmutzung auf uns Verbraucher zurück. Und hier ist wichtig zu verstehen, wo man selbst einen Beitrag leisten kann, auch wenn er nur sehr klein zu sein scheint.

  1. Ausmisten ist gut für die Seele und schafft Platz für Neues. Viele von den Dingen, die uns keine Freude mehr machen, können wir spenden statt wegschmeißen, so dass deine Sachen nicht unnötig auf dem Müll landen. 
  2. Verzichten – ist auch gut für die Seele. Muss es tatsächlich jedes Mal etwas Neues sein? Versuch doch einfach mal deine Klamotten upzucyclen, das macht Spaß und du kannst deiner Kreativität freien Lauf lassen. 
  3. Kosmetik und Pflegeprodukte: Kosmetikprodukte sind oft nicht nur wunderbar und aufwendig verpackt, sie sind auch aufgrund ihrer chemischen Herstellung selbst die größten Verschmutzer. Versuch doch mal Naturprodukte aus deiner Umgebung. Das tut nicht nur deiner Haut gut, sondern auch der Umwelt. Im Reformhaus um die Ecke gibt es eine große Auswahl. Oder probier doch mal, eine Maske oder Bodylotion selbst herzustellen.
  4. Shampoo und Duschgel: Hast du schon mal versucht, auf feste Produkte umzusteigen? Ein Stück Seife und festes Shampoo (gibt es als Shampoobar und Haarseife) sind oft nicht nur verpackungsfrei, sondern auch ohne die notwendigen Weichmacher hergestellt. 
  5. Klamotten. Hast du schon mal nach natürlich hergestellten Klamotten gesucht, anstatt bei der Lieblingskette zu stöbern? Es gibt in Deutschland immer mehr kleine Unternehmen, die hochwertige und vor allem moderne Mode umweltfreundlich herstellen. Dein Kleiderschrank bekommst so einen individuellen Kick und du tust deiner Haut was richtig gutes.
  6. Wäsche waschen. Hier geht es nicht nur um Waschmittel und Weichspüler (auf den man gut verzichten kann), sondern vor allem um den Stoff, aus dem deine Klamotten gefertigt sind. Viele Stoffe enthalten Plastik, das bei jeder Wäsche als Nanopartikel ins Abwasser gelangt. Es gibt derzeit keine Möglichkeit, diese Nanopartikel aus dem Abwasser zu filtern und sie gelangen so am Ende ins Meer und in unseren Nahrungskreislauf. 
  7. Haushaltsreiniger: Ein sauberes Zuhause wünscht sich jeder und die Anzahl der Reinigungsprodukte nimmt inzwischen ganze Regale im Supermarkt ein. Statt für jeden Schmutz einen eigenen Reiniger zu kaufen, kannst du mit einem selbstgemachten Essigreiniger nicht nur auf Verpackung sondern auch auf schädliche Inhaltsstoffe verzichten. 
  8. Lebensmittel: Mit deinem Einkauf kannst du ein Zeichen setzen. Versuch doch mal statt möglichst exotisch möglichst regional einzukaufen. Auch aus unseren regionalen Produkten kann man fantastische Gerichte zaubern. Das spart nicht nur Geld sondern vor allem auch Transport auf Kosten der Umwelt. 

Viele unserer alltäglichen Routinen haben am Ende Auswirkungen auf die Umwelt und die Menge an Plastikmüll, nicht nur im Meer. Und du kannst mit so wenig Veränderung einen großen Beitrag zur Verbesserung leisten. 

 

 

Mai 10th, 2018 by